Dreiteiliges Bild, links schauen sich zwei Frauen an, in der Mitte ein Bild vom Treppenhaus, oben sieht man das Dachfenster, rechts haben zwei Männer Blickkontakt

Personzentrierte Gesprächsführung

„Das merkwürdige Paradoxon ist, dass ich mich ändern kann, wenn ich mich selbst so akzeptiere, wie ich bin.“ – Carl Rogers

Das werden Sie lernen

  • Sensibilisierung für das eigene und das fremde Erleben
  • Entwicklung von Kompetenzen, um Gespräche zu vertiefen und wertschätzend zu gestalten
  • Stärkung der eigenen Authentizität in Gesprächen
  • Verbesserung der Gesprächsführungskompetenz
  • Erlernen von Methoden und Verhaltensweisen, um berufliche Aufgaben mit anderen Menschen konstruktiver und befriedigender zu bewältigen

Inhalte

Im Zentrum des personzentrierten Ansatzes steht die Person mit ihrer subjektiven Erfahrung und ihrem individuellen Erleben. Dieser humanistische Ansatz bietet Menschen einen wertschätzenden, empathischen und authentischen Beziehungsraum, in dem persönliches Wachstum und ein höheres Selbstvertrauen möglich werden. Wenn wir in einem personzentrierten Gesprächskontakt mit unserem inneren Erleben aus Gedanken, Gefühlen und körperlich Empfundenem wirklich gesehen, gehört und verstanden werden, entwickeln wir aus eigener Kraft neue Schritte in eine konstruktive Richtung.

In diesem heilsamen Beziehungs- und Beratungsraum kommen wir mehr in Kontakt mit uns selbst, was zugleich einen tieferen Kontakt mit anderen Menschen ermöglicht.

Die personzentrierte Gesprächsführung und Beratung unterstützt Menschen dabei, sich in schwierigen Veränderungs- und Orientierungsprozessen oder bei Problembewältigungen selbstbestimmt weiterzuentwickeln. Das kann in jeder zwischenmenschlichen Beziehung hilfreich und konstruktiv sein – sowohl im beruflichen Kontext in der Beratung hilfesuchender Menschen als auch in der Teamarbeit, Führung oder im privaten Leben.

Der personzentrierte Ansatz wurde von dem Psychologen und Psychotherapeuten Prof. Carl Rogers (1902–1987), Mitbegründer der Humanistischen Psychologie, entwickelt. Bis heute stellt dieser wissenschaftlich fundierte und anerkannte Ansatz eine grundlegende Haltung für konstruktive Kommunikation und Beratung dar und findet sich als wesentliche Grundlage in zahlreichen Bereichen wieder, z. B. in der psychosozialen und psychologischen Beratung, dem Coaching, der Mediation, der Supervision und der Psychotherapie.

Diese Weiterbildung vermittelt in fünf Modulen die Praxis der Gesprächsführung und Beratung nach personzentrierten Prinzipien und richtet sich an Berufstätige und Studierende aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern (Bildungs‑, Sozial‑, Gesundheitswesen sowie Wirtschaft).

Methoden

  • Lernen am Modell durch Konzeptvorstellungen und Demonstrationsgespräche
  • Erfahrungsorientiertes und prozessorientiertes Lernen in Kleingruppen
  • Lernen aus praktischen Gesprächs- und Beratungssequenzen aus dem Alltag der Teilnehmenden
  • Kurzvorträge im Plenum, Impulsreferate und begleitende Lektüre zur Vertiefung
  • Reflexion von Video-Gesprächssequenzen
  • Live-Supervision von Übungsgesprächen in Kleingruppen
  • Erstellung und Reflexion einer Video-Dokumentation eines eigenen personzentrierten Gesprächs zum Abschluss der Weiterbildung

 

Es sind zusätzliche Übungstreffen in Kleingruppen zwischen den Seminarwochenenden vorgesehen.

Zusätzliche Informationen

Das Seminar ist von der GwG als ‚Einführung in den Personzentrierten Ansatz (50 UStd.)‘ zertifiziert.

Kursinformationen

Termine
Termine 2026: 20.03.2026 - 26.09.2026
Dauer
5 Module à 2 Tage
Kursort
Akademie
Adresse
Akademie Freiburg
Basler Straße 65, 79100 Freiburg
Zertifikat
Teilnahmebescheinigung
Kosten
Normal: 1.100 €
Ermässigt (Studierende in Vollzeit): 690 €
Jetzt anmelden

Aufbau

Die Kunst des Zuhörens

Die Macht der klaren Botschaft

Gefühle und das Selbstkonzept: Konstruktive Persönlichkeitsentwicklung

Kreative Erweiterungen: Sprechen mit Bildern, Metaphern, Körperwahrnehmungen

Reflexion und Praxistransfer durch Video-Präsentation von Gesprächsausschnitten

Dozierende

Porträt: Christian Kabsch
Christian Kabsch
Dozent
Dipl.-Pädagoge Heilpraktiker für Psychotherapie Klientenzentrierte/ Personzentrierte Beratung Focusing-Therapie
Klientenzentrierte Psychotherapie in Freiburg
Selbständig in eigener Praxis für 'Klientenzentrierte Psychotherapie und Beratung' Langjährige Mitarbeit in einer psychosomatischen Rehaklinik in der Einzel- und Gruppenpsychotherapie Langjährige Seminarleitung in der theoretischen und praktischen Ausbildung zum/r "Heilpraktiker/in für Psychotherapie" Co-Leitung des Projektes "gegen-gewalt-tätig" - Anti-Gewalt-Training für Gewalttäter/innen im Bereich öffentlicher und häuslicher Gewalt
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Termine

Termine 2026
Seminar 1 20./21.03.2026
Seminar 2 22./23.05.2026
Seminar 3 19./20.06.2026
Seminar 4 31.07./01.08.2026
Seminar 5 25./26.09.2026

Seminarzeiten
Fr, 14.00 – 19.30 Uhr
Sa, 09.00 – 16.30 Uhr

Bitte planen Sie zusätzlich zwischen den Seminarterminen Zeit für Arbeitsgruppentreffen ein.


Kosten

Normal

1.100 €

Ermässigt (Studierende in Vollzeit)

690 €

Aktion: Bei Anmeldung von zwei Personen erhalten Sie jeweils 10% Nachlass auf beide Anmeldungen.


Teilnahmebescheinigung

Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein Zertifikat über 100 Unterrichtseinheiten in personzentrierter Beratung ausgestellt (anerkannt von der GwG Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.). Zudem werden 25 Stunden Peergruppenarbeit ausgewiesen. In Absprache mit der Studiengangsleitung können 6 ECTS Punkte anerkannt werden.

Jetzt anmelden

Bei Fragen erreichen Sie uns per E-Mail andre.franz@akademie-freiburg.de oder telefonisch unter 0761/480 821 – 25

Wir freuen uns auf Sie!

Kursanmeldung

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Drei Menschen hören einem Mann beim Sprechen zu.
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Wir freuen uns auf den Kontakt mit Ihnen.

Häufige Fragen und Antworten zu Personenzentrierte Gesprächsführung

Die Personzentrierte Gesprächsführung (auch bekannt als klientenzentrierte Gesprächsführung) ist eine von dem US-Psychologen Carl Rogers entwickelte Kommunikationsform. Im Mittelpunkt steht nicht das Problem oder eine Diagnose, sondern die Person in ihrer aktuellen Erlebniswelt.
Das Konzept bricht mit der klassischen Expertenrolle: Der Gesprächsführer tritt nicht als „Ratgeber“ auf, der Lösungen vorgibt. Stattdessen schafft er durch eine spezifische innere Haltung ein Klima, das es dem Gegenüber ermöglicht, eigene Blockaden zu lösen und verborgene Ressourcen zu aktivieren.

Die Methode geht davon aus, dass jeder Mensch eine natürliche Selbstaktualisierungstendenz besitzt – also das innere Bestreben, sich positiv zu entwickeln. Damit diese Tendenz wirksam wird, muss der Gesprächsführer drei Kern-Haltungen (die sog. „Basisvariablen“) einnehmen:

  • Empathie (einfühlendes Verstehen): Das tiefe, einfühlende Verstehen der Welt des anderen.
  • Akzeptanz (unbedingte Wertschätzung): Eine bedingungslose positive Zuwendung, ohne das Gegenüber zu bewerten.
  • Kongruenz (Echtheit): Der Berater tritt als echter Mensch auf und spielt keine Rolle; sein Inneres stimmt mit seinem äußeren Verhalten überein.

Im Gegensatz zu vielen Techniken, die auf Manipulation oder reiner Rhetorik basieren, stellt der personzentrierte Ansatz nach Carl Rogers die innere Haltung des Beraters in den Mittelpunkt. Die drei Kernvariablen – Empathie, Wertschätzung und Kongruenz (Echtheit) – schaffen einen geschützten Raum, in dem das Gegenüber selbst Lösungen für seine Probleme entwickeln kann. Es geht weniger um „Ratschläge“ als um die Förderung der Selbstaktualisierung.

Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus dem Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen, aber auch an Führungskräfte und Berater. Überall dort, wo Menschen professionell miteinander arbeiten und schwierige Gespräche führen müssen – sei es in der Pflege, im Coaching, in der Seelsorge oder im Personalmanagement – bietet dieser Ansatz eine unverzichtbare Basis für eine gelingende Kommunikation.

Es gibt keine strengen akademischen Hürden. Wichtiger sind die Bereitschaft zur Selbstreflexion und das Interesse an einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit der eigenen Gesprächshaltung. Viele Teilnehmende nutzen den Kurs als Einstieg in eine weiterführende beraterische oder therapeutische Laufbahn.